Förderprogrammen, insbesondere denen mit transnationaler Ausrichtung, geht nicht selten ein Ruf voraus: zu kompliziert, zu bürokratisch, zu uneffektiv!
Allerdings sollte auch berechtigte Kritik nicht den Blick verstellen auf die positiven Effekte, die regionale und auch transnationale Partnerschaften für die Region erwirken können.
Einer dieser Effekte liegt im Paradigmenwechsel, den europäische Gemeinschaftsinitiativen und Aktionsprogramme markieren. In deren Fokus stehen nicht mehr nur Einzelprojekte, sondern "Zukunftslabore", die in der Kooperation von Unternehmen, Berufsbildungseinrichtungen, Verwaltungen, Arbeitsagenturen, Kammern und Sozialpartnern heute Problemlösungsstrategien für morgen antizipieren: durch gemeinsame Entwicklung, Beratung, Qualifizierung und Vermittlung.
Ein weiterer Effekt liegt in der "Grenzüberschreitung" selbst. In transnationalen Kooperationen nutzen die Beteiligten die kreativen Potenziale der europäischen Nachbarn und machen sie für die Arbeit "zu Hause" fruchtbar: Warum neu erfinden, was intelligente Netzwerke in Europa bereits erfolgreich erprobt haben?
In diesem Rahmen sind vielfältige und weitgehend neue Produkte, Aktionsformen, Methoden, Medien und Materialien entstanden, deren Relevanz für die Region sich in der Regel jedoch nur einer ausgewählten Öffentlichkeit erschließt. Zudem verschwindet vieles nach der Beendigung eines Projektes zwischen den Aktendeckeln eines Abschlussberichtes.
Die Wirkungsmechanismen und Qualitätsstandards der Arbeit in transnationalen Netzwerken und Projekten sind aber von "öffentlichem Interesse". Transfer guter Praxis kann allerdings erst dann beginnen, wenn wir wissen, welche Innovationen diese Netzwerke wie hervorrufen und was die Auslöser dieser Innovationen sind. Darüber hinaus gilt es, die fördernden und hemmenden Faktoren für deren Umsetzung zu identifizieren.
Mit der Kampagne "Berlin Transfer" macht die u.bus GmbH im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung gegenwärtig die "Kernsubstanz" transnationaler Netzwerke und Projekte der jüngsten Vergangenheit in Berlin sowie deren Prozesse und Produkte systematisch für die regionale Fachöffentlichkeit verfügbar. Nicht zuletzt soll das auch zur besseren förderpolitischen Ausrichtung künftiger Projekte in der neuen Strukturfondsperiode 2007-2013 in Berlin beitragen und zu einer effizienteren Verwendung der vom europäischen Steuerzahler zur Verfügung gestellten Mittel führen.